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Vereinigung von Wehren und Rettungsdienst zieht sich hin
Integrierte Leitstelle (ILS) zur Einsatzplanung und Alarmierung erst 2011 fertig
Demnächst wird die Rettungsleitstelle im ersten Stock des bisherigen „Saturn“-Gebäudes im Schweinfurter Hafen ins Erdgeschoss einziehen. Oben wird dann völlig umgebaut und die neue Infrastruktur und IT-Technik für die künftige „Integrierte Leitstelle“ (ILS) der Region Main-Rhön eingebaut. Die soll im Februar 2011 im kompletten Einsatzgebiet die Alarmierung und Einsatzmittelplanung für alle Rettungsdienste und die Feuerwehren übernehmen.
Ein Blick zurück: Vor drei Jahren hatten sich die Ständige Wache der Freiwilligen Feuerwehr Schweinfurt und das Rote Kreuz recht heftig um den Betrieb der ILS gestritten. Nachdem das BRK vom „Zweckverband Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung“ (ZRF) mit neun gegen drei Stimmen den Zuschlag erhalten hatte, meinte der Schweinfurter Landrat Harald Leitherer, die ILS werde in der zweiten Jahreshälfte 2009 nach einem Probebetrieb eingerichtet sein.
Das war Wunschdenken. Denn dieser Zeitpunkt – damals schon als recht lang erachtet und noch mit der aufwändigen Schulung der ILS-Kräfte begründet – rutscht nun erneut nach hinten. Erst im Herbst 2010 soll jetzt der Probebetrieb mit dem Rettungsdienst beginnen, der jetzt schon die Einsätze über das gesamte Main-Rhön-Gebiet leitet. Dann sollen die Landkreis Haßberge, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Schweinfurt sowie die kreisfreie Stadt Schweinfurt nacheinander mit ihren Feuerwehren „aufgeschaltet“ werden.
Im Februar 2011 schließlich soll der Gesamtbetrieb laufen: Alle Rettungsdienste und Wehren in Schweinfurt, dem Umland, Rhön-Kreisen und den Haßbergen nur noch über eine Nummer: die 112.
So jedenfalls sehen den Anlauf Karl-Heinz Nusser, Geschäftsführer des ZRF und Rettungsstellenleiter Manfred Schäflein vom BRK, das die Integrierte Leitstelle betreiben wird. Die erhebliche zeitliche Verzögerung erklärt Schäflein einmal mit dem Widerspruch der Stadt Schweinfurt gegen die Verbandsentscheidung zu Gunsten des BRK. Diese sei im November 2006 gefallen, aber erst im Mai 2007 der Vertrag unterschrieben worden. Zeit sei für verschiedene Ausschreibungen, unter anderem die für den „Fachplaner“, verstrichen und Mitte 2008 erst mit der Planungsphase begonnen worden.
Stammdaten werden erhoben
Laut Nusser werden zurzeit Feuerwehr-Stammdaten erhoben – über Fahrzeuge, Gerätschaften, Einsatzmittel. Feuerwehren sind recht unterschiedlich ausgestattet. Die Daten von etwa 100 Wehren müssten von Hand in ein neues EDV-System eingegeben werden, was nach Erfahrungen bereits bestehender ILS in Hof und Coburg rund ein Jahr dauere. Schließlich sei es auch schwieriger, die Wünsche von fünf Verbandsmitglieder (Landkreise, Stadt) zu koordinieren als die von zweien, wie es in Hof der Fall gewesen sei.
Im Probebetrieb ab Spätjahr 2010 könnte als erste Feuerwehr die der Stadt Schweinfurt „aufgeschaltet“ werden, wobei Alarmierung und Einsatzplanung doppelt laufen könnten: in der Feuerwehr-Leitstelle und in der ILS, um zu sehen, ob's klappt und wo Probleme auftreten. Immerhin ist mittlerweile der „Fachplaner“ bestimmt: ein Ingenieur aus München, der mit Integrierten Leitstellen bereits Erfahrung hat.
Zwei Projektgruppen gibt es laut Schäflein: eine für die ILS-Prozessorganisation, in die alle Hilfsdienste vom BRK über die Johannitern und den Arbeitersamariterbund bis zu Berg- und Wasserwacht, die Feuerwehren, Kommunen und Ordnungsämter eingebunden sind; eine andere Gruppe kümmere sich um die Gebäudeausstattung der ILS, für die das Bayerische Innenministerium erhebliche Sicherheitsstandards vorschreibe, und für die „IuK“ (Information und Kommunikation), also Computer und IT-Technologie.
Dann gibt es noch den beim „Zweckverband Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung“ angesiedelten „Lenkungsausschuss“, in dem sich ebenfalls alle Beteiligten wiederfinden.
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Viele Meinungen
In vier Kreisen, einer Stadt, 100 Wehren, einem halben Dutzend Rettungsdienstorganisationen kommen naturgemäß viele Wünsche und Interessen zusammen, die unter einen Hut zu bringen sind. Über die Kosten der ILS kann, so Nusser, noch gar nichts gesagt werden. Der Staat fördere zwar die Grundausstattung. Zusätzliches, wie GPS zum Beispiel, müsse aber selbst finanziert werden. Etwa Mitte des Jahres werde man wissen, was an den Mitgliedern des Zweckverbands finanziell hängen bleibt.
Genehmigen muss die Regierung von Schwaben das Projekt. Sie ist für alle bayerischen ILS zuständig. Auch diese Zeit ist einzurechnen. So wird noch einiges Wasser den Main hinunter laufen, bis die „Integrierte Leitstelle“ im Hafen mit 24 Mitarbeitern auf 600 Quadratmetern und unter der 112 alle Feuerwehr- und Rettungseinsätze im unterfränkischen Norden bearbeiten wird.
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